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Jörg Eckel „Jørg At Work“Jörg Eckel präsentiert sich ein neuer Name auf der deutschen Jazzszene. Der junge Düsseldorfer Drummer legt mit seinen musikalischen Mitstreitern Axel Fischbacher an der Gitarre, Michael Schürmann am E- und Martin Gjakonovski am Kontrabass mit „Jörg At Work“ ein beeindruckendes, musikalisch ausgereiftes und technisch perfektes Debut vor. Elf Jazz-Stücke unterschiedlicher Couleur – mal mehr rockig, dann wieder swingend, energiegeladen, balladesk verträumt und zeitgnössisch komponiert – bieten ein abwechslungsreiches Menu mit höchstem Unterhaltungswert. Hier kommt jeder Jazz-Hörer auf seine Kosten: Fusion, moderne, individuelle Jazzkomposition und Mainstream geben sich die Ehre, angetrieben und in das richtige Tempo gesetzt vom Leader Jörg Eckel, solistisch angeführt von den zur Zeit wohl besten Interpreten an Bass und Gitarre hierzulande. Die Kompositionen sind bestimmt vom blinden Verständnis der drei Musiker und geben den jeweiligen Instrumentalisten viel Freiraum für solistische Ausflüge. Jörg
Eckel, 1975 geboren und bisher nur Jazz-Insidern bekannt, erlernte sein
„Handwerk“ bei so renommierten Schlagzeugern wie Zach Danziger, Kurt Billker
und John Riley. Dort sammelte er auch die Erfahrung, um gleich ins kalte Wasser
zu springen; um ohne Umwege über große Namen in den Credits ein eigenes Album
aufzunehmen. Einen wesentlichen Anteil am Planen und Entstehen von „Jörg At
Work“ hat Saitenzauberer Axel Fischbacher, ehemals Privatstudent bei
John Scofield und John Abercrombie und heute einer der aktivsten Musiker
Deutschlands, der neben seinen vielen unterschiedlichen Jazzproduktionen auch
in zahlreichen Film-, TV- und Theaterproduktionen aktiv ist. Außerdem steuerte
er den Großteil der speziell für dieses Album geschriebenen Stücke bei. Auch
E-Bassist Michael Schürmann ist schon seit langem ein fester Bestandteil
der deutschen Jazzszene (u.a. Lehrbeauftragter an der Folkwang-Hochschule) und
einer der wohl zur Zeit gefragtesten E-Bassisten hierzulande. Er frönt auf „Jörg
At Work“ hauptsächlich seiner Liebe zum Fretless Bass. Seine Vita ist
vielversprechend: Alphonse Mouzon, Randy Brecker, Danny Gottlieb, Jasper Van’t
Hof, Karl Berger, Chad Wackerman, Volker Kriegel und viele andere hochkarätige
Namen aus Jazz, Fusion und Blues bedienen sich seines Könnens. Für vier Stücke
wurde der Kontrabass ausgewählt: zu den mehr „klassischen“ Jazznummern
präsentiert Martin Gjakonovski, der regelmäßig mit Größen wie Tony
Lakatos, Antonio Faraò, Dusko Goykovich und Michael Sagmeister spielt, exzellent
die Vorzüge dieses Instruments.
„Go
Cup“ beginnt als rhythmischer Opener die unterhaltsame Tour durch das
Musikleben von Jörg Eckel. Ein Bluesschema mit fantastischem Duospiel
von Schlagzeug und Gitarre, eingerahmt von einer klassischen Bop-Melodie. „Hallo
Frollein“ klingt, wie der Titel erahnen lässt: eine witzige swingende
Nummer, inspiriert durch Schlager der 50er und 60er Jahre, die auf Sonny
Rollins und Miles Davis treffen, die neben der Führungsgitarre ein
faszinierendes Kontrabass-Solo bietet. Ebenfalls beim folgenden „Lüften Kemirinizi
Baglayiniz“ (türkisch – zu deutsch „Bitte Anschnallen“) ist der Titel nicht
ohne Bedacht gewählt, denn hier geht die Post ab. Rockige Riffs, ein enorm
antreibendes Schlagzeug und ein spannungsgeladener Aufbau grooven ohne Ende.
Nach
einer kleinen Stadt im französischen Massif Centrale ist die erste Ballade auf
„Jörg At Work“ benannt. „Millau“ becirct durch eine wunderschöne
Melodie der Gitarre, einem wunderbaren Klangteppich aus Fretless Bass (mit
wunderbarem Solo) und einfühlsamen eingesetzten Besen am Schlagzeug. Mit viel
Groove und Drive zeigt sich das Trio in „Witch Hunt“, einem alten
Wayne-Shorter-Klassiker, mit viel Herz und viel Raum für solistische Ausflüge
der drei Instrumentalisten. Eher klassisch-swingend gibt sich „Au Privave“,
einem heiteren Charlie-Parker-Blues mit exzellenter „Besenarbeit“ von Jörg
Eckel. Nach einer kurzen Duo-Passage von Schlagzeug und E-Bass (Jaco lässt
grüßen) folgt eine bekannte und viel variierte Melodie im Twist-Kleid. „Tweirst“
ist eine spaßige Nummer, die hörbar mit viel Spass eingespielt wurde und gute
Laune verbreitet. „Fasten Rizm Belts“ bietet Up-Tempo-Jazz auf
allerhöchstem Niveau. Über die „I Got Rhythm“-Changes spielen die drei Musiker
scheinbar mühelos hinweg. „Stella By Starlight“ markiert den Lieblingsstandard
von Jörg Eckel. Obwohl schon in hundertfachen Interpretationen gehört,
ist er doch immer wieder schön und einfach zeitlos. Sehr gefühlvoll dargeboten
ist dies sicher eines der vielen Highlights auf dieser CD. Und zu guter Letzt
folgt ein Schlaflied zum Ende des Albums. Aus dem Filmklassiker „Rosemary’s
Baby“ stammt „Sleep Safe And Warm“, ein besinnlicher Abschluss für ein
tolles und gelungenes Debut.
Das
Trio von und mit Jörg Eckel präsentiert mit „Jörg At Work“ ein
rundum beeindruckendes Album. Die gesunde Mischung aus Jazz, Rock, Blues und
harmonischen, balladesken Melodien fesseln den Hörer von der ersten Sekunde an.
Ob Musikkonsument oder selbst Musiker – jeder wird seine Erwartungen voll
erfüllt finden und neben erstklassiger Musik auch beste Unterhaltung geniessen
können.
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Jörg Eckel - Jörg Eckel (dr) Veröffentlichung:
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